Kunst

Engelmaschine, von Horst Bimster

Die Kunstszene Darmstadts war seit den frühen Siebziger Jahren berühmt für ihre mediterrane Nachdenklichkeit, und das weit über die Stadtgrenzen hinaus. Bis in die Vororte Frankfurts hallte damals der Ruf der artistischen Avantgarde Hessens.

Hessen ist anerkanntermaßen das südsüdwestlichste Bundesland überhaupt. Die geistige Nähe nicht nur zur französischen Provence sondern im gleichen Maße zur amerikanischen Fluxus Bewegung brachte der Darmstädter Kunst ihren durchaus ironischen Beinamen ein: „Deutschlands Südsüdwest, wo es sich gut künsteln lässt“.

Das war jetzt natürlich nur Spaß!!

Das man das heute immerzu dazu sagen muss!

In den Neunzigern war der jugendliche Aufbruchsschwung der frühen Jahre dahin. Die Claims waren abgesteckt, die Keller eingerichtet, alljährliche Veranstaltungen fanden alljährlich statt.

Innovation und Rebellentum waren jetzt in den Clubs und Kaschemmen der ganz Jungen zu finden, in den verrauchten Kellern, die sie sich noch unterhalb der verrauchten Keller der Vorgängergeneration eingerichtet hatten.

Die Luft war schlecht damals, aber die Köpfe waren frei. Es gab keine Rauchverbote und vor allem, es gab kein Geld.

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