Comics

Wahrheit und Brot

Die Jahre nach der Einheit waren weniger von Euphorie und Gemeinsamkeit geprägt, sondern eher vom Entsetzen über das Wiederauferstehen rechter Gewalt. Die Bilder brennender Asylantenheime sind bis heute in aller Gedächtnis. In der Zeitung für Darmstadt machte ein ganzseitiger Bimster-Comic sich einen ganz eigenen Reim auf die Geschehnisse.

Nicht jeder Leser war einverstanden mit der legeren Art des Zeichners. Auch Wort- und Witzwahl wurden bemängelt. Umso verwunderlicher, dass sich niemand an der fehlenden zeichnerischen Akuratesse störte.

Die Bandbreite der Reaktionen reichte von „Ich habe sehr gelacht!“ bis zu „Abgehobene Hysterie“:

So sehr ich Ihre Bemühungen zu schätzen weiß, Ihr Blatt benutzerfreundlich und für das Auge ansprechender zu gestalten, so sehr muß ich die Art und Weise verurteilen, in der Ihr Zeichner auf der Flamme brennender Asylantenheime sein satirisches Süppchen kocht.
Leserbrief in der Zeitung für Darmstadt Nr. 34 vom 28.09.1992

Tja, einen Satz wie „Schützt unsere Töchter vor AIDS-verseuchten Negerfliegen“ wird man heute in keinem Druckerzeugnis mehr finden. Und was sich der Zeichner bei den teuren Seidenhemden gedacht hat? Er weiß es nicht mehr, vermutet aber, er wollte einfach nur Leser erschrecken.

Wahrheit und Brot
Zeitung für Darmstadt Nr. 33 vom 11.09.1992, ganzseitiger Comic zum Thema brennende Asylantenheime, pöbelnde Mobs, wachsweiche Reaktion des Rechtsstaates

Lärm und Wucher

Kaum einen Monat später erschien der zweite Comic. Da scheint es eine regelrechte Schaffensphase gegeben zu haben.

Der zweite ganzseitige Comic, erschienen im Oktober 1992

Bananenkacker

Unser persönlicher Favorit! Dieser kleine Strip stellt den Bimster so dar wie er ist: Empfindlich, unerschrocken, leicht erregbar, fast cholerisch, verwundbar, nachdenklich, spitzbübisch, trotzig, renitent, flink und letztlich vernünftig.

Bananenkacker - Trügerischer Triumph des Trotzes
In Bimsterkreisen ein Klassiker

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